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Regie, Choreographie
Leonard C. Prinsloo wuchs in Pretoria/Südafrika auf. Derzeit wohnt er mit Frau und Tochter in Köln.
Er bestand sein Abitur an der School of Art, Ballet and Music in Pretoria und studierte daraufhin Musik an der Universität von Pretoria, wo er bei Stefans Grové Komposition und bei Phillipe Levy Klavier belegte. Da er an der School of Art and Ballet Ballettunterricht erhalten hatte, nahm er parallel zu seinem Musikstudium Unterricht in Klassischem Tanz bei Helene Wagner und Gillian Joubert.
Nach dem Abschluss seines Musikstudiums mit dem Bachelors of Music Degree wurde er Mitglied der P.A.C.T. Ballet Company. Während seiner Wehrdienstzeit war er ersatzweise zwei Jahre lang aktives Mitglied dieser Tanzkompanie. Gleichzeitig – und im zweiten Studiengang - machte er an der University of Witwatersrand seinen Master of Music in Komposition.
Als Solotänzer der P.A.C.T. Ballet Company beauftragte man ihn mit der Choreographie für die Oper Norma für die P.A.C.T. Opera Company.
Fasziniert vom Opernbetrieb wurde er Assistent von Neels Hansen, dem damaligen Intendanten der Pretoria State Opera. Hier choreographierte er die Opern Aida, Turandot, Rigoletto, Il Trovatore, Salome, La Traviata, etc.
Mit dem deutschen „Musiktheater“ wurde Prinsloo konfrontiert als er - zusammen mit dem Künstlerischen Direktor der P.A.C.T. Opera Company - auf Talentsuche nach Europa geschickt wurde. Ein Jahr später erhielt er ein sechsmonatiges Stipendium zwecks Hospitanz am Opernhaus Köln. Dort lernte er die Arbeit von Jean-Pierre Ponelle, August Everding, Rudolf Noelte und Harry Kupfer schätzen (Kupfer lud ihn später ein, an De Nederlands Oper den „Tanz der sieben Schleier“ für seine Inszenierung der Oper Salome (Strauss) zu choreographieren). Nach Südafrika zurückkehrt, inszenierte er die Oper Lucia di Lammermoor (Donizetti) am Nico Malan Opera House in Kapstadt.
Ab 1986 lebte Prinsloo in Deutschland. An den Städtischen Bühnen Augsburg bot man ihm seine erste Regieassistentenstelle in Deutschland. Bald wurde er beauftragt die Kammeropern Raub der Lukrezia (Britten) und Kassandra – Starrend von Helle und Zeit (Hamel) zu inszenieren. In Augsburg brachte er sowohl Otello (Verdi) im Großen Haus als auch Nabucco (Verdi) auf der Freilichtbühne heraus.
1993 wurde Prinsloo Spielleiter an der Wiener Staatsoper. Hier arbeitete er mit weltberühmten Dirigenten, Sängern und Sängerinnen (Agnes Balsa, Thomas Allen, Hildegard Behrens, Renato Bruson, Placido Domingo, Thomas Hampson, René Kollo, Luciano Pavarotti, Gwyneth Jones, Claudio Abbado, von Dohnányi, Carlos Kleiber, Riccardo Muti etc.)
Zwei Jahre später entschied Prinsloo sich freiberuflich tätig zu werden. Seitdem hat er sowohl Opern als auch Theaterstücke an verschiedenen deutschen und österreichischen Bühnen und in seinem Heimatland inszeniert.
Als Gastregisseur der Neuen Oper Wien, einer Operngruppe, die sich auf Oper und „Cross-Over-Opera“ des 20. Jahrhunderts spezialisiert hat, inszenierte er Opern wie Billy Budd (Österreichische Erstaufführung), Albert Herring, Raub der Lukrezia (Britten), Lear (ÖE) (Reimann), Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny (Weill/Brecht), Massnahme (ÖE) (Eisler/Brecht), Frankenstein? (Gruber), Candide (ÖE) (Bernstein) etc. Sowohl Billy Budd als auch Candide haben mehrfache Wiederaufnahmen erfahren. Als Kooperation der Neuen Oper Wien inszenierte er Die Fledermaus für Der Klangboden Wien vor der Kulisse des Schlosses von Schönbrunn.
Prinsloo wurde auch für verschiedene Opern-Weltpremieren verpflichtet. Sein Kasino – ein Tanzspiel (Turrini) premierte am Burgtheater in Wien, Schreber (Androsch) in Klagenfurt, Zeichner im Schnee (Androsch) in Linz und seine Zwischenfälle (Coburger) in Korneuburg für das Donaufestival.
Prinsloos Stärken zeigen sich ebenfalls im klassischen Repertoire. In Klagenfurt inszenierte er Don Carlos (Verdi) und Turandot (Puccini), in Linz Macbeth (Verdi) und Carmen (Bizet) (letztere ist immer noch im Repertoire - seine erste Carmen premierte in Dortmund), in Heidelberg Tosca (Puccini) und La Traviata (Verdi).
Am State Theatre in Pretoria brachte er Manon (Massenet) heraus. Dort erarbeitete er auch die Opern Der Babier von Sevilla (Rossini) und Gianni Schicchi (Puccini) mit dem Opernensemble The Black Ties – ein Ensemble bestehend aus den talentiertesten (überwiegend) schwarzen Sängern und Sängerinnen.
Prinsloo hat sich auch einen Namen als Operetten- und Musicalregisseur gemacht. Für das Lehár Festival in Bad Ischl hat er Walzertraum (Straus), Eva (Lehár) und Fatiniza (Suppé) inszeniert. Seine Fatinitza (mit von Prinsloo aktualisierten Texten) wurde als internationaler Erfolg gefeiert (Die JPC hat alle drei Inszenierungen im CD-Format veröffentlicht). Im Sommer 2008 wird er beim Lehár Festival den Zarewitsch (Lehár) inszenieren. Seine Rocky Horror Show (O´Brien) premierte am Landestheater in Linz und wurde fester Bestandteil des Repertoires.
In Klagenfurt brachte er Ende Oktober 2005 eine viel beachtete österreichische Erstaufführung von Der junge Lord (Henze/Bachmann) auf die Bühne.
Für das Theater Bielefeld inszenierte Prinsloo die Oper Aida (Verdi). Seine Jekyll & Hyde Produktion (Wildhorn/Bricusse) eröffnete dort die Spielzeit 2007/2008.
Seit Sommer 2006 leitet Prinsloo das von der EU finanzierte europäische Operetten und Musical Projekt Europerette in Bad Ischl, ein jährlich stattfindende Workshop mit Schülern und Studenten aus derzeit sechs EU Ländern. Ab dem Sommer 2008 werden die Produktionen nicht nur im Lehár Theater zur Aufführung gebracht sondern auch auf “Wanderschaft” durch die Heimatländer der Teilnehmer gehen. Für 2009 wird die alte Europerette unter Prinsloos künstlerischer Leitung die Form einer Akademie für Musiktheater mit Standort Bad Ischl annehmen.
Für das Jahr 2009 bereitete Prinsloo unter anderem die Inszenierung von Evita (Lloyd Webber) am Stadttheater Ingolstadt sowie Das Land des Lächelns (Lehár) für das Operettenfestival Bad Ischl vor.
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